"Dinner and drinks all the time!" - das scheint das Motto der Niederländer zu sein.
Fast jeden Tag bin ich irgendwo anders zum Abendessen eingeladen. Bin ich dann mal daheim, feiern garantiert meine Mitbewohner eine Party und zerren mich aus meinem Zimmer. Ihr seht, ich hab ein hartes Leben hier an der Nordseeküste!
Würde ich nicht regelmäßig Rudern (bei meinen Blasen an den Händen muss ich oft an Euch denken Franzi und Lotte, wenn ihr von Euren kaputten Ruderhänden berichtet habt) und im Fitnessstudio trainieren, wäre ich sicher bald so rund wie ein Gouda. Die Niederländer lieben alles was süß ist - und dazu zählen nicht nur Hagelslag (das ich übrigens nicht esse, weil es mir viel zu anstrengend ist, wenn ständig alles vom Brot fällt) und Vla. Sehr beliebt sind hier - aufgrund der ehemaligen Kolonien - auch indonesische Gerichte.
Fast in jeder Kneipe gibt es Nasi Goreng oder Bami Goreng in Frikadellenform
Ja, hier wird viel frittiert: am besten schmecken mir die mit Käse, Pilzen oder Ragout gefüllten Kroketten oder (in der kleineren Version) Bitterballen, die mit Senf, süßsaurer Sauce oder Curryketchup serviert werden. Man könnte sie als niederländische Tapas bezeichnen, die als Snack zum Bier gegessen werden:)
Gestern war ich bei meiner Mentorin zum Essen: in Nullkommanix hatten wir ein fertiges Thai-Gericht, denn die Supermarkt-Regale quellen hier über vor lauter Fertigsaucen, geschnittenem WOK-Gemüse in zig verschiedenen Kombinationen und vorgekochten Beilagen. Kochen kann man das zusammenfügen der einzelnen Zutaten in einer Pfanne dann wirklich nicht mehr nennen! Aber lecker war es trotzdem!
Lang, lang ist's her, dass ich zum letzten Mal geschrieben habe.
In den nächsten Monaten - bis zu meiner Abreise - werde ich versuchen, meinen Blog immer zum Wochenende hin, einmal pro Woche um einen neuen Eintrag zu ergänzen.
Wie ihr seht habe ich das Design geändert!
Inspiriert dazu haben mich Vögel, die am frühen Samstagmorgen in einem Amsterdamer Park zwitscherten, als wir nach einer Party durch die Straßen nach Hause liefen.
Der Frühling naht!
Das vorgegangene Wochenende habe ich mit einer Gruppe Studenten auf einer Farm nahe eines Naturschutzgebiet verbracht. "Hoge Veluwe", ist der Name des, mit dem Bus, rund 1,5 Stunden von Leiden entfernten Reservates im Landesinnern. Nach drei Tagen mit Radtouren, Museumsbesuchen, und Hippie Partys auf dem Bauernhof, ABER ohne Dusche, waren wir alle froh als wir das Ortsschild 'Leiden' wiedersahen. Viel Spaß hatten wir am letzten Abend, nachdem es den ganzen Tag geschneit hatte und die australischen Studenten (nach ein paar Bier) vor Freude über ihren ersten Schnee fast durchgedreht sind!
Unser ganzer Stolz: der größte Schneemann aller Zeiten, "Mr. Nobody", gebaut von Klára, Ben und Lea.
Wenn ihr mehr über das Naturreservat erfahren wollt:
Homepage Hoge Veluwe
Doch ich muss zugeben, ein wenig vermisse ich das Großstadtgefühl um mich herum - den Trubel und die Anonymität hinter denen man sich verstecken kann. Da helfen auch Ausflüge nach Amsterdam oder Den Haag nur kurzfristig! Bereits nach einem Monat treffe ich auf jedem meiner Wege in Leiden mindestens eine Person, die ich kenne!
Aber diese Metropolen-Sehnsucht, überfällt mich (zum Glück) bisher nur selten. Denn trotz seiner Beschaulichkeit (120 000 Einwohner) - findet man in Leiden alles was man braucht!
Nun werde ich mich auf mein Fahrrad schwingen und gen Bibliothek radeln.
Euch allen eine tolle Woche!
Viele sonnige Grüße,
Eure Lea