Montag, 29. April 2013

Lust auf Farbe

Nach den langen grauen Monaten habe ich Lust auf Farben!
Deshalb einfach mal so, drei leuchtend frische Bilder.

Premiere in Amsterdam: Sophie und ihr neuer Hut!

Kaufmannsladen: Freilichtmuseum in Arnhem.

Bonbons in Hülle und Fülle: Fredrik und ich auf dem Jahrmarkt in Haarlem!

Endlich Gouda!!!

Frischer Käse in Gouda: nach rund drei Monaten in den Niederlanden habe ich endlich die Käsestadt besucht. Auch wenn die Stadt weltbekannt für den Goudaer Käse ist: hergestellt wird dieser im Umland (wurde aber von Gouda aus gehandelt). Edam und Maasdam folgen bald :-)

Die köstlichen Sirupwaffeln (am leckersten frisch gebacken und noch warm), Tabakspfeifen und Kerzen sind andere berühmte Produkte aus der Gegend.
Neben all den kulinarischen Genüssen kamen auch die kulturellen nicht zu kurz an diesem Wochenende: Das wunderschöne Freilichtmuseum  (Openluchtmuseum) in Arnhem (Bild ganz unten) und die Stadt Haarlem. Ein sehr entspannter und zugleich lebhafter Ort. Frans Hals muss jedoch bis zum nächsten Besuch warten - der Sonnenplatz am Hafen war einfach zu gemütlich um ihn für einen Besuch der Galerie zu verlassen.



Herzliche Grüße aus dem zugigen Flachland, Eure Lea

Dienstag, 23. April 2013

Drei Städte an einem Tag...

Drei Städte an einem Tag haben Klara und ich am Sonntag besucht. Mit einem Tagesticket und in einem so dicht besiedelten Land wie den Niederlanden kein Problem.

Zuerst ging es nach Almere (siebtgrößte Stadt der Niederlande), das auf einem trockengelegten Polder liegt. Die Stadt wurde (wie viele Teile der Niederlande) dem Meer abgewonnen. In den siebziger Jahren, als die Niederländer ihr Land größer machen wollten, entstand so auch Almere am IJsselmeer. Viele (damals) moderne, architektonische Bauwerken mit großen Modeketten prägen das Bild der Stadt. Interessant zu sehen, aber nicht gerade einladend für einen längeren Aufenthalt.

Ganz anders in Naarden: eine wirklich wunderschöne Festungsstadt.
Die Gemeinde liegt in der Region Het Gooi (auch Gooiland), in der Provinz Nordholland, zwischen Amsterdam, Amersfoort und Utrecht gelegen. Zur mit Heide, Wald, Wiesen und kleinen Seen geprägten Landschaft, zählen neben vielen authentischen Ortschaften auch Naturschutzgebiete südlich des IJsselmeers.
Naarden war eine der wichtigsten Verteidigungsanlagen der Neuen Holländischen Wasserlinie. Die sternenförmige Festung im spanischen Stil, mit Festungsmauern und Graben ist noch komplett erhalten. Historische Gebäude und Denkmäler wie die St. Vitus Kirche, eine große gotische Basilika aus dem 14. und 15. Jahrhundert, prägen die kleine Stadt.
Von einer Hobbitlandschaft umgeben ist der Stadtkern: knallgrüne (auf dem Bild eher blassgrün) Grashügel mit einem tollen Blick auf den umlaufenden Wassergraben. Auch die Menschen dort sind sehr freundlich. Zwei ältere ortsansässige Damen - die sich auf einer Bank vor dem Rathaus bei einem Eis entspannten- wollten es sich nicht nehmen lassen uns (auf Niederländisch) detailliert zu erklären, was genau wir als Geschichtsstudenten unbedingt (!) besichtigen müssten. Auffallend in der Stadt: sehr viele teure Autos mit schick gekleideten Leuten!

Unser letzter Stopp: Amersfoort, eine Stadt südöstlich von Naarden.
Nach dem Verlassen des Hauptbahnhofes blickten wir zunächst auf hässliche neue Gebäude. Unsere Erwartung: eine schnuckelige kleine Altstadt. Doch nachdem wir den ersten Schock überwunden hatten und 10 Minuten Fußweg hinter uns lagen, stießen wir auf den hübschen Altstadtkern. Die bezaubernde kompakte Innenstadt zog uns sofort in ihren Bann: kleine verwinkelte Gassen, und wunderschön eingerichtete Häuser mit kleinen Gärten.
Auch 'Onze Lieve Vrouwentoren', eine der höchsten Kirchtürme der Niederlande, und das mittelalterliche Stadttor 'Koppelpoort' mussten besichtigt werden.


Ein Bier in der Abendsonne auf dem Marktplatz war der krönende Abschluss des Ausflugs, bevor es zurück nach Leiden ging.

So langsam erwacht auch der "Hortus botanicus" in Leiden zum Leben. Der botanische Garten gilt als der ältesten der Niederlande. Studenten haben freien Eintritt: so sitzen wir bei schönem Wetter nicht zwischen Hundehäufchen im mickrigen Stadtpark sondern unter alten Kastanien, zwischen seltenen Pflanzen mit Blick aufs Wasser. Famos famos :-)

Beste Grüße aus Leiden,
Eure Lea

Montag, 15. April 2013

Krokusse, Tulpen, Narzissen UND 1000 Touristen...

Hyazinthen, Narzissen, Krokusse UND 1000 Touristen haben wir heute im Keukenhof bestaunt. Mit dem Fahrrad ging es  - noch bei bedecktem Himmel  - Richtung Lisse wo, der Blumenpark liegt. 20 Kilometer weiter, als wir unser Ziel erreicht hatten, kam dann plötzlich die Sonne mit voller Kraft zum Vorschein. So konnten wir ohne dicken Pullover durch den Park schlendern, picknicken und dabei die Blüten bewundern: auch wenn die meisten Tulpen noch ein paar Tage brauchen, ehe sie aufblühen. Auch ungezählte Touristen aus anderen Ländern wollten (was man ihnen nicht verübeln kann) die Farbenpracht bewundern: Menschenmassen wurden in Bussen herangekarrt und auf der Wiese vor dem Haupteingang ausgespuckt, ehe sie in den Park gespült wurden.
Gelohnt hat sich der Ausflug allemal, auch wegen der schönen Radtour dorthin:)
Ein wunderbares Gefühl, zum ersten Mal ohne Jacke und Handschuhe (und MIT Sonnenbrille auf der Nase) auf dem Fahrrad durch die Natur zu radeln. Ein frischer Teint und ein großer Strauß Papageien-Tulpen sind mein Mitbringsel dieses Tages.

Schon am Samstagabend hatte sich der Wetterumschwung angekündigt. Bis Mitternacht konnten wir draussen vor der Bar sitzen, ohne zu frieren.

Mein Highlight der Woche: endlich Den Haag bei Tageslicht bestaunen.
Die bisherigen Besuche waren immer auf die Zeit nach Sonnenuntergang beschränkt. Das erste Mal zu einem Vortrag eines litauischen Professors an der dortigen Uni. Und dann noch einmal mit der lieben Sophie-Schwester zum 'Dinner'. Ich war positiv überrascht, war doch mein bisheriges Bild der Stadt geprägt von gläsernen Hochhäusern und kalten Bürogebäuden. Hinter dieser ersten Fassade steckt ein hübscher alter Kern, der im Kontrast mit den Wolkenkratzern sehr besonders ist. Sogar die Königin war in ihrer Stadtresidenz, als wir dort vorbeiliefen.

Die allerliebsten Grüße,
Lea

P.S. Gelangweilt von den Wetterthemen? Versprochen, dies war das letzte Mal. Es ist jedoch eine Herausforderung in diesen Tagen den verspäteten Frühling nicht zu thematisieren!

Montag, 8. April 2013

Ohne Kompromisse: Sonne in Amsterdam!

Bummel durch die Gassen des Jordaan-Viertels, leckeres Essen in kleinen Spelunken, ausgelassene Feierei und Besuch im 'Rembrandt-Haus'. Arm an Erlebnissen war dieses Wochenende in Amsterdam ohne Zweifel nicht. Trotzdem: Als einzig passender Titel für diesen Blog-Eintrag erscheint mir schlicht "Sonne in Amsterdam!" Wie wunderschöne jeder Ort aussieht, wenn die Sonne scheint. Ohne Ziel haben wir uns durch die Straßen der Stadt treiben lassen, angehalten wo es uns gefiel, und das Gefühl genossen nicht ständig auf der Flucht vor eisigen Winden, so schnell wie möglich in warmen Gebäuden verschwinden zu müssen. Stundenlang sassen wir bei Milchkaffee im Cafe, führten lange Gespräche über Gott&die Welt und genossen den Frühling.

Francesca (links) und Gertruda: "Der Frühlingsschrei!"
Niederländisch verstehen klappt schon ganz gut mittlerweile. Sprechen fällt mir da noch schwerer. Doch wann immer ich kann, versuche ich es: Im Cafe, Supermarkt in der Uni. Meine meisten Antworten gebe ich aber weiterhin in Englisch: das Vokabular ist einfach noch zu klein. Der ehrgeizige Plan meiner neuen Mitbewohner: In drei Monaten soll ich fließend Niederländisch sprechen.....naja, wir werden sehen. Bislang wurden mir hier nur Schimpfwörter und Slang beigebracht :-)

Das neue Zimmer im Kolfmakersteeg ist einfach wunderbar gemütlich. Vom Bett aus kann ich in den Sternenhimmel schauen und tagsüber den Blick über kleine Hausdächer und rosarote Blütenbäume genießen.
Bei geöffnetem Fenster habe ich den Vormittag lesend und mit Sonne im Gesicht auf dem Sofa verbracht. Während mein (jüngster) WG-Genosse Carlo über dem Frühjahrsputz verzweifelt. Überall sieht er neuen Dreck während er mit dem Putzlappen durch die Küche springt.Vielleicht sollte ich ihn gleich mitnehmen zum frische-Luft-schnappen auf die Fahrradtour nach Vlietlanden - ein Naturschutz- und Erholungsgebiet - rund sieben Kilometer südlich von Leiden.

Groeten uit Leiden,
Eure Lea